Günter Pfeifer
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Energetische Sanierung und typologische
Erweiterung der Gartenstadt Freiburg

Auftraggeber:
Stadtverwaltung Freiburg / Stadtplanungsamt
Fehrenbachallee 12, 79106 Freiburg

Kooperationspartner
Technische Universität Darmstadt
El-Lissitzky-Str. 1, 64287 Darmstadt
Fachbereich Architektur / Fondation Kybernetik
Prof. Günter Pfeifer

Barucco Pfeifer Architektur
Pallaswiesenstr. 27, 64293 Darmstadt

Technische Universität Kaiserslautern
Fachgebiet Hauskybernetik
Jun. Prof. Dr. Ing. Angèle Tersluisen
Fachgebiet Hauskybernetik

Regierungspräsidium Freiburg
Obere Denkmalbehörde, Referat 23

Balck und Partner Facility Engineering
Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr
Bau und Stadtentwicklung Berlin
Fotos: Claudius Pfeifer, Berlin

TU Darmstadt
Gartenstadt
Die großzügige fächerförmige Anlage der Gartenstadt Haslach mit ca.
450 Häusern wurde in den 1920er Jahren nach Entwürfen des städti-
schen Hochbauamtes unter Leitung von Joseph Schlippe und dem
Architekten Karl Gruber geplant und gebaut. Die Einfamilien-
Reihenhaus-Bauweise mit den tiefen Vorgärten war zur damaligen Zeit
ein großer Fortschritt in der städtischen Wohnkultur. Als Vorbild
für diese Gartenstadt galt das von Ebenezer Howard entwickelte
Modell der englischen Gartenstädte. Die Gartenstadt ist in allen
Teilen - Straßenführung und Straßenprofile, sowie die Haustypen mit
ihren Eigenarten - erhalten geblieben und wurde deshalb zum Kultur-
denkmal erklärt. Mit der zunehmenden Privatisierung der Garten-
stadthäuser gehen bauliche Änderungswünsche an den Häusern einher.
Neben dem Wunsch, die kleinen Häuser durch Wohnraumerweiterungen
attraktiver und zeitgemäßer zu gestalten, besteht ein besonderer
Druck, die Gebäude auch energetisch zu ertüchtigen.

Die ENEV ist strukturell auf der Minimierung von Energieverlusten
aufgebaut. Das führt zu einer Strategie der Rundum-Dämmung und -
Dichtung der Gebäude, die entweder außen oder in besonderen Fällen
auch auf der Innenseite vorgenommen wird.

Das Gegenmodell lautet: Energiegewinne maximieren. Diese Methode
ist weniger bekannt und planungstechnisch erheblich aufwändiger.
Sie geht davon aus, dass Fenster, Wände und Dächer so konstruiert
werden, dass solare Energiegewinne direkt und mit wenig technischem
Aufwand verwertet werden können. Diese Methoden sind weitaus
planungsaufwändiger und benötigen vor allem eine exakte Berechnung
der Energiegewinne, der Energiespeicherung und der Energieentladung
(Schutz gegen sommerliche Überwärmung). Diese Berechnungen
werden in Form thermodynamischer Simulationen durchgeführt und
schrittweise mit den erforderlichen Planungskonzepten abgestimmt
und optimiert. Die Einzelmaßnahmen werden jeweils spezifisch für
das Gebäude entwickelt.
Nach mehreren Arbeitsschritten und Modellberechnungen wurde
folgendes Konzept gewählt:

- Luftkollektoren im Dachfirst blasen solar erwärmte Luft direkt
in die Räume der drei Geschosse ein.

- Die Prozessenergien im Gebäude werden im Treppenhaus gesammelt
und über eine Wärmerückgewinnungsanlage zurück in den Luftraum
der Außenwände geleitet.

- Die Fenster wurden erneuert (normales Isolierglas U-Wert 1,1)

- Das Dach wurde unter Beibehaltung der alten Dachdeckung nachgedämmt.

- Das Kellergeschoss wurde so abgetrennt, dass im Zusammenhang mit
den neuen Fußböden ebenfalls eine Dämmung erfolgt.

Mit diesen Maßnahmen können Energiekennzahlen von ca. 40 kWh/qm/a
erreicht werden. Für die Sanierung der Gartenstadt Haslach ist dies
die ideale Methode, denn mit dem Verzicht auf eine äußere Dämmung
wird die sichtbare Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes ver-
mieden. Das dafür ausgesuchte Referenzhaus in der Freiligrathstraße
70 erhält einen modifizierten Grundriss mit einem Bad im 1. Ober-
geschoss sowie zwei gleichwertigen Zimmern im Dachgeschoss. Im Erd-
geschoss wurde mit wenigen Eingriffen ein großzügiger Wohn-Essraum
mit offener Küche errichtet.
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